Eine Gegend mit gutem Wein und schönen Traditionen


Die Landschaft der Gemeinde besteht aus zwei Haupttälern: das Tal von Nimis, in dem die Ortschaften Nimis, Torlano und - auf dem Monte Bernadia - Ramandolo und Chialminis liegen und das Tal von Cergneu mit Cergneu sowie den Ortsteilen Vallemontana und Monteprato. Die wichtigsten Berge, die zu den julischen Voralpen gehören, sind der Bernadia und der Plajul. Das karstige Massiv des Monte Bernadia ist von hohem geologischen Interesse, allem voran die Grotten von Villanova, von Vigant und Pre-Oreak. Der Bernadia und der Plajul sind vom Wildbach Cornappo getrennt, der die Forra des Cornappo (eine Art in den Felsen geschnittene und bewachsene Schlucht ähnlich einem Canyon) mit einer besonders eindrucksvollen und schönen Landschaft geschaff en hat. Der Ort ist römischen Ursprungs, der Name, Nemus, bedeutet auf Lateinisch “Wald” und wird von Paolo Diacono (Paolo di Warnefrido, genannt Paolo Diacono, geb. 720 in Cividale, Historiker, Dichter und religiöser Schriftsteller) in der Historia Langobardorum als Nemas Castrum erwähnt. Das Gebiet von Nimis wurde von dem Weg durchquert, der Forum Iulii (Cividale) mit der Konsulatsstraße von Aquileia nach Norico verband. Die Straße gewann in der Spätantike und im Frühmittelalter an strategischer Bedeutung, als es einige Festungen und das Nemas Castrum gab. Die Rechtssprechung ging im Laufe der Jahrhunderte von den Grafen von Nimis (bis zum 16. Jahrhundert) an die Grafen von Tricesimo, die Grafen Antonini (von 1648 bis 1750) und zum Schluss an die Grafen Zanchi-Locatelli aus Bergamo über. Im 2.Weltkrieg wurde das Dorf von den Deutschen niedergebrannt und später nach dem ursprünglichen Plan wieder aufgebaut. Im Jahr 1964 begannen die archäologischen Ausgrabungen in der Kirche der Hl. Gervasio und Protasio, während denen die Bauphasen einer noch älteren Kirche entdeckt wurden, die auf die Mitte des 6. Jahrhunderts zurückgeht. Um die Mitte des 9. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche von Nimis vergrößert und in der südlichen Ecke ein Glockenturm gebaut, der im 11.-12. Jahrhundert aber abgerissen wurde. Im Inneren der heutigen Kirche fi nden sich noch die Reste des Taufbeckens aus dem Jahr 1100. Nicht weniger bedeutend und von besonderem künstlerischen und kulturellen Interesse sind die Kirche des Hl. Georg (San Giorgio) (4. - 6. Jahrhundert), die Reste einer langobardischen Siedlung auf den Hügeln zwischen Vallemontana und Torlano, die archäologischen Fundstücke in der Nähe der Burg von Cergneu, die Kirche von San Gervasio in Nimis und auf dem Monte Zuccon nahe der alten kleinen Kirche. In der hügeligen Gegend oberhalb von Nimis liegt eines der wahrscheinlich ältesten und bekanntesten kleineren Weinanbaugebiete des Friaul: der Cru von Ramandolo, der sich bis zum Ortsteil Sedilis von Tarcento erstreckt und der mit seinen Weinbergen auf einer Höhe von 380 m. ü. NN. die Obergrenze für den Weinbau in einer solch einmalig schönen Landschaft erreicht. Auf den Hängen, die so steil sind, dass jede Art der Mechanisierung unmöglich ist, wird der Weinbau gemäß den altüberlieferten Traditionen praktiziert. Die Rebe ist die Verduzzo Friulano clone autoctono di Ramandolo (Verduzzo des Friaul, autochthoner Klon von Ramandolo), mit deren Trauben man - vor allem bei Spätlesen oder leichter Trocknung - einen ganz besonderen Dessertwein erhält: elegant, duftend, sehr körperreich, nicht zu lieblich und mit einem Hauch von Tannin, eben der Ramandolo. Dieser Wein repräsentiert vielleicht am besten die Seele der hier wohnenden Menschen: ehrliche Leute, rau, aber gastfreundlich, mit grosszügigem Charakter und alter Kultur, die ihre Gegend lieben. Erzeugt von einem der ältesten Weinberge des Friaul und auf der Liste der Weine vertreten, die Papst Gregor XII beim Konzil 1490 kredenzen ließ, wird dieser Wein auch heute noch geliebt und geschätzt.